Ihre Rankings hängen nicht an „der Website“, sondern an konkreten Adressen: /leistungen/badsanierung hat sich über Jahre Vertrauen und Verlinkungen erarbeitet. Bekommt die Seite beim Relaunch eine neue Adresse ohne Weiterleitung, fängt sie für Google bei null an – multipliziert mit jeder Seite Ihrer Website erklärt das den typischen Absturz.
Phase 1: Vor dem Relaunch – die Inventur
Bevor irgendetwas Neues gebaut wird, erfassen Sie den Bestand: alle bestehenden URLs (aus der Sitemap, der Google Search Console und einem Blick in die Web-Analyse), sortiert nach Wichtigkeit. Notieren Sie zu jeder wichtigen URL, welche neue Adresse sie bekommen soll – diese Tabelle alt → neu ist das wichtigste Dokument des ganzen Projekts.
Wo immer möglich gilt: Adressen beibehalten. Jede vermiedene URL-Änderung ist eine Weiterleitung weniger, die schiefgehen kann.
Phase 2: Während der Entwicklung
- Inhalte übernehmen, nicht eindampfen: Der Klassiker ist die Design-Agentur, die „aufgeräumte“ Texte liefert – von 600 auf 90 Wörter. Mit dem Text verschwindet das Ranking.
- Testumgebung sperren, aber richtig: Die Baustelle gehört hinter einen Passwortschutz. Ein noindex tut es auch – aber dann steht Punkt 1 der Livegang-Liste in Großbuchstaben.
- Weiterleitungsplan technisch vorbereiten: Aus der alt→neu-Tabelle werden 301-Regeln – der Weiterleitungs-Generator erstellt sie für Apache, Nginx und WordPress und warnt vor Ketten.
Phase 3: Der Livegang – die kritischen 24 Stunden
- noindex entfernen – der häufigste und teuerste Relaunch-Fehler überhaupt: Die Sperre der Testumgebung geht mit live.
- Weiterleitungen scharf schalten und die 20 wichtigsten alten URLs von Hand aufrufen: Landen alle auf der richtigen neuen Seite?
- Neue Sitemap einreichen (Google Search Console) und in der robots.txt verlinken.
- Stichproben-Audit: Startseite und Top-Leistungsseiten einmal komplett durchprüfen.
Für Punkt 4: Website Sofort-Audit je Top-Seite – noindex, fehlende Titel und kaputte Struktur fallen sofort auf. Sitemap und robots.txt liefern Sitemap-Generator und robots.txt-Tool.
Phase 4: Die Wochen danach
Beobachten Sie die Google Search Console: Unter „Seiten“ erscheinen Crawling-Fehler (404 = vergessene Weiterleitung – nachträglich anlegen!), unter „Leistung“ sehen Sie die Klick-Entwicklung. Ein Einbruch von 10–20 % für zwei bis vier Wochen ist normal – Google muss die neue Struktur erst verarbeiten. Was nach sechs Wochen nicht zurück ist, hat eine konkrete Ursache, meist eine fehlende Weiterleitung oder eingedampfte Inhalte.
Merksatz: Ein Relaunch ist ein Umzug: Wer jedem wichtigen Bewohner (URL) einen Nachsendeauftrag (301) mitgibt und das Haus nicht versehentlich abschließt (noindex), behält seine Besucher. Die Checkliste dazu gibt es hier zum Ausdrucken.