Die gute Nachricht zuerst: Was Google belohnt und was Kunden überzeugt, ist seit Jahren dasselbe. Wer verständlich erklärt, ehrlich einordnet und sauber gliedert, schreibt automatisch „für Google“. Der Rest ist Handwerk – und das folgt hier Schritt für Schritt.
Schritt 1: Das Thema vom Kunden her denken
Der häufigste Fehler steht ganz am Anfang: Unternehmen schreiben über sich („Unsere Philosophie“, „Qualität seit 1985“) statt über die Fragen ihrer Kunden. Sammeln Sie stattdessen die Fragen, die Ihr Vertrieb täglich beantwortet: Was kostet das? Wie läuft das ab? Geht das auch bei uns? Welche Alternativen gibt es? Jede dieser Fragen ist ein Seitenthema.
Formulieren Sie das Thema dann so, wie der Kunde suchen würde – nicht im Firmenjargon. Der Betrieb sagt „Komplettbadmodernisierung“, der Kunde sucht „Badsanierung Kosten“. Der Hersteller sagt „Fügetechnik“, der Einkäufer sucht „Aluminium schweißen lassen“.
Prüfen Sie, welche Begriffe die gut rankende Konkurrenz-Seite prägen – der Wettbewerbs-Vergleich zeigt die Begriffs-Lücke zu Ihrer Seite.
Schritt 2: Aufbau – die Antwort zuerst
Im Netz liest niemand auf Verdacht weiter. Bauen Sie deshalb jede Seite nach demselben Muster:
- H1 + erster Absatz: Thema benennen und die Kernantwort geben – in den ersten drei Sätzen, nicht am Ende.
- H2-Abschnitte: je Unterfrage ein Abschnitt (Ablauf, Kosten, Dauer, Voraussetzungen, Beispiele).
- Belege: Referenzen, Zahlen, Fotos aus echten Projekten – das unterscheidet Sie von Textbaukasten-Seiten.
- Nächster Schritt: ein klarer Abschluss – Kontakt, Angebot, Rückruf.
Die Überschriften-Ebenen sind dabei keine Deko: H1 einmal, H2 für Abschnitte, H3 für Unterpunkte – ohne Sprünge. So lesen Google und eilige Besucher die Struktur auf einen Blick.
Schritt 3: Verständlich schreiben (auch für Fachpublikum)
- Sätze unter 20 Wörtern im Schnitt. Fachbegriffe sind erlaubt – Schachtelsätze nicht.
- Aktiv statt passiv: „Wir fräsen Kleinserien ab Stückzahl 1“ schlägt „Kleinserien können gefertigt werden“.
- Konkret statt Floskel: „Lieferzeit 10 Arbeitstage“ schlägt „schnelle Lieferung“. Zahlen bleiben hängen.
- Ein Gedanke pro Absatz, drei bis fünf Sätze, dann Luft.
Lesbarkeit, Satzlängen und prägende Begriffe misst der Keyword- & Text-Analyzer – Text einfügen genügt.
Schritt 4: Titel und Beschreibung zuletzt
Erst wenn der Text steht, schreiben Sie seine Visitenkarte fürs Suchergebnis: den Seitentitel (50–60 Zeichen, wichtigster Begriff vorn, gern mit Ort oder Alleinstellung) und die Meta-Description (120–155 Zeichen, konkreter Nutzen plus Handlungsaufforderung). Beides entscheidet über den Klick – nicht über die Position, aber darüber, ob die Position etwas bringt.
Ob beides in Googles Platz passt, zeigt pixelgenau die SERP Snippet Vorschau.
Wie lang muss der Text sein?
So lang wie die ehrliche Antwort – als Orientierung: Leistungsseiten 400–800 Wörter, Ratgeber gern mehr, Kontaktseiten fast nichts. Strecken Sie nie künstlich: Fünfhundert Wörter, die nichts sagen, ranken schlechter als dreihundert, die liefern. Und prüfen Sie vor der Veröffentlichung, dass der Text nicht versehentlich zur Kopie einer anderen eigenen Seite geworden ist – gerade bei Standort- und Variantenseiten passiert genau das.
Merksatz: Schreiben Sie die Seite, die Sie sich selbst wünschen würden, wenn Sie das Problem Ihres Kunden hätten – und geben Sie ihr dann Titel, Struktur und Beschreibung, die Google versteht.
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Vor der Veröffentlichung: Checkliste Neue Seite ausdrucken und abhaken. Die Grundlagen dahinter: SEO-Grundlagen für den Mittelstand.